Rebsorten

Hier finden sich die beliebtesten Rebsorten in Baden, die das ausmachen, was sich badischer Wein nennt, die aber auch anderweitig angebaut werden und beliebt sind. Baden ist in erster Linie ein Burgunderland:

Blauer SpätburgunderBlauer Spätburgunder

Baden ist ein Burgunderland. Allein der blaue Spätburgunder umfasst nahezu 40 % der Rebfläche. Spätburgunder Rotweine – übrigends dieselbe Sorte wie Pinot noir in Burgund – zählen zu den edelsten der Welt. Insbesondere die aus Baden zeichnen sich aus durch ein sehr feines, ja elegantes Fruchtspiel ohne das Zuviel an Gerbstoffen. Gegenüber Cabernet-Sorten oder Merlot kann man sie daher nicht nur zum Essen genießen, sie schmecken auch sehr gut zum Nippen “danach”.

GrauburgunderGrauburgunder

International unter Pinot gris bekannt ist diese Sorte am Kaiserstuhl geradezu klassisch. Fast 50 % des badischen Grauburgunders wächst dort. Die Vulkanböden lassen sehr kräftige Tropfen reifen. Gegenüber Riesling probieren sie sich etwas milder und passen sehr schön zu Kalbfleisch oder Ente sowie auch zu Käse. Es ist ein Märchen, dass nur Rotwein zu Käse gehört, denn die kräftigen Gerbstoffe südländischer Rotweine harmonieren mit Käse oft gar nicht so gut.

WeissburgunderWeißburgunder

Ein Geheimtipp! Die Sorte ist von Natur sehr ertragreich, aber kräftig im Zaum gehalten produzieren engagierte Winzer in Baden inzwischen sehr, sehr gute Tropfen. Geradezu wunderbar präsentieren sich Weine mit Spontangärung, das heißt ohne Hefezusätze allein mit der aus dem Weinberg über die Trauben mitgebrachten Hefe vergoren. Dadurch enstehen sehr individuelle Weine mit Eleganz und eigenem Charakter. Dennoch probieren sich auch solche Weißburgunder etwas leichter als Grauburgunder und mit weniger Fruchtsäure als Riesling. Damit liegt die Sorte voll im Trend, und man dürfte noch mehr von ihr hören.

RieslingRiesling

Diese wichtigste deutsche Rebsorte – Anteil fast ein Viertel – wächst natürlich auch in Baden, vor allem in der mittelbadischen Ortenau. Dort heißt die Sorte auch Klingelberger. Riesling hat die unvergleichliche Eigenschaft, dass auch leichtere Weine sehr gut schmecken, dass Rieslingweine ein sehr hohes Alterungspotenzial aufweisen und höherwertige Tropfen mit fortschreitender Reifeentwicklung sehr feine Honigtöne entwickeln. In Mittelbaden wachsen sie vornehmlich auf Granitverwitterungsböden. Der dadurch hohe Mineralgehalt puffert die für Riesling typische kräftigere Fruchtsäure etwas ab und lässt sie gefälliger erscheinen. Sehr schön zu Räucherfisch und hellem Fleisch!

Mueller-ThurgauMüller-Thurgau

Müller-Thurgau, oder als frische und trockene Sommerweine ausgebaut auch als Rivaner bezeichnet, bereitet dem Winzer keine großen Probleme und liefert reichen Ertrag. Die Weine sind angehme, nette Tischweine, können jedoch bei stark reduziertem Ertrag auch feine und finessenreiche Spätlesen liefern.

GewürztraminerGewürztraminer

Die Weine duften nach wilden Rosen und Maiglöckchen. Ja sie strahlen fast etwas Erotisches aus, ohne dass die Tropfen übertriebe Bukettweine darstellen. Meist werden Gewürztraminer  lieblich angeboten und eignen sich in höhreren Qualitätsstufen und gut gereift als Aperitif oder als Tropfen zum Auftakt bei festlichen Anlässen. Trocken ausgebaut können die Weine mit ihrer feinen, an rote Pfefferbeeren erinnernde würzige Note geradezu begeistern und passen sehr schön zu Gerichten wie Kürbiskernsuppe sowie auch zur asiatischen Küche.

GutedelGutedel

International unter Chasslas bekannt gehört diese weltweit auch als Tafeltrauben angebaute Sorte zu den ältesten der Welt, die mittels Traubenkernen und Darstellungen in 4000 Jahre alten ägyptischen Grabkammern nachgwiesen wurde. In der Schweiz gilt sie als eine der wichtigsten Weißweinsorten. 1780 brachte sie Markgraf Karl Friedrich von Baden vom Genfer See mit. So wächste sie in Deutschland vor allem im südbadischen Markgräflerland und ist dort bis heute äußerst beliebt. Dass sich bei strengem Rebschnitt und guter Pflege daraus sehr flotte Weine gewinnen lassen, die in ihrer milden und eleganten Art dem neuen Trend entsprechen, hat sich inzwischen herumgesprochen.

ChardonnayChardonnay

Die inzwischen weltweit verbreitete Edelsorte ist mit den Burgundern verwandt, obwohl sie nicht zu den Pinot-Sorten im engeren Sinne gehört. Die Weißweine im französischen Burgund, bzw. aus dem Chablis-Gebiet werden in der Regel ausschließlich aus Chardonnay gekeltert. Inzwischen hat die Sorte auch in Baden Einzug gehalten und liefert sehr kräftige, körperreiche, betont gehaltvolle Weißweine.

RegentRegent

Man denkt an einen König oder Herrscher, und so heißt auch ein großer Diamant, der die Krone Ludwigs XV. zierte und im Louvre zu bewundern ist. Regent heißt auch die noch relativ neue, pilzresistente Rebsorte, deren Kreuzung 1967 durch Gerhardt Alleweldt in der bekannten Pfälzer Rebzuchtanstalt Geilweilerhof erfolgte. Es gelang, eine pilzresistente Sorte zu züchten, um die Schädlingsbekämpfung zu reduzieren. Tiefdunkel funkeln Regent-Rotweine im Glas und zeigen sich bei engagierten Winzern von sehr guter Qualität mit eleganten Aromen von Kirschen und schwarzen Johannisbeeren und fein-würzigem Unterton. Dichte, sowie nicht zu laute Tannine geben den Weinen einen südlichen Touch.



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